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Gedanken zu einem Negerholländischwörterbuch.

Für Negerholländisch bräuchten wir ein unabhängiges, von gedruckten Texten ausgehendes Wörterbuch. Das Wörterbuch von Herrn Oldendorp ist sehr nützlich, aber es kostet viel, und geht nur in eine Richtung. Vielleicht schreibe ich erst eines, wo es nur um die Wörtern in Herrn Magens Grammatik geht. Am Liebsten würde ich die Wortbedeutungen etwas beschreiben, damit man auch wisse, wie man die Wörter zu verwenden habe. Noch weiß ich nicht, ob ich dafür auch das Deutsch des 18ten Jahrhunderts nehme, oder eher, was man heutzutage gebraucht. Ich weiß übrigens nicht, ob man meinem Deutsch schon ansieht, daß es Deutsch des frühen 21ten Jahrhunderts sei. Ich verwende ja auch gerne hin und wieder etwas aus früheren Zeiten. Jetzt ist mir etwas eingefallen. Ich könnte erst einmal ein Glossar von einem der Gespräche in der Grammatik schreiben. Ich habe zwar schon mit einem Wörterbuch angefangen, aber da bringt man so leicht etwas durcheinander. Die Gespräche nach einander durchzugehen würde es ein bißchen einfacher machen.

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Gedanken für die Vorrede.

Ich versuche eine Vorrede für meine Übersetzung der dänischen Grammatik des Negerholländischen zu schreiben. Dieser Beitrag ist eine Übung dafür.

Negerholländisch dürfte im 17ten Jahrhundert entstanden sein, dabei weiß man aber nicht sicher, ob es auf den Dänischen Antillen selbst, in einer der niederländischen Kolonien wie St. Martin oder St. Eustachius, oder gar schon an der afrikanischen Westküste entstanden ist.

Die Bezeichnung Negerhollands ist erst im 19ten Jahrhundert belegt, und wird daher im Titel voraussichtlich nicht vorkommen. Die deutsche Übersetzung davon, Negerholländisch, stammt aus dem 20ten Jahrhundert, was ich auch kürzlich erwähnt habe. Insgesamt werde ich auch in der Vorrede so schreiben, wie man das im späten 18ten Jahrhundert getan hat. Die Übersetzung setze ich derzeit auch so an, es kann aber sein, daß ich die Schreibweise noch um wenige Jahrzehnte älter gestalten werden muß, da es mir vorkommt, daß das Dänisch des Herrn Magens für seine Zeit etwas altertümlich war. Die Vorrede beträfe es deswegen nicht, da ein Übersetzer aus selbiger Zeit wahrscheinlich auf seine eigene Weise geschrieben hätte. Dazu kommt, daß die Übersetzung zwangsweise noch etwas später entstanden wäre. Ich hoffe, daß ich es schaffen werde so zu schreiben, denn es paßte besonders gut zum ganzen Buch. Ich finde sogar es wirkte seltsam, wenn die Vorrede zu einem Buch aus dem späten 18ten Jahrhundert dann wie im frühen 21ten Jahrhundert geschrieben wäre. Ein ähnliches Beispiel, das mir heuer aufgefallen ist, ist eine recht neue Auflage der gotischen Grammatik von Herrn Streitberg. Dieses Buch wurde immer wieder und wieder aufgelegt, und weist deswegen eine ganz seltsame sprachliche Mischung auf. Es wäre zwar interessant zu erforschen, was aus welcher Zeit stammt, aber stilbildend sollte es nicht sein. Auch zu lateinischen Klassikern habe ich mir Gedanken gemacht. Es kann gut sein, daß deren Übersetzungen einen Stil aufweisen, der für uns zwar altertümlich wirkt, aber im Deutschen nie gepflegt wurde. Ich kenne mich nicht aus, aber es könnte durchaus sein. Diesen Sommer habe ich auch in einer ebenfalls aus dem 18ten Jahrhundert stammenden Übersetzung der Rēs gestae des Ammian Marzellin durch Johan Augustin Wagner gelesen. Mir ging es darum etwas über die Schreibweise des 4ten Jahrhunderts zu erfahren, da ich an der Wiederbelebung des Gotischen beteiligt bin. Das in der Übersetzung verwendete Deutsch ist, für letzteren Zweck glücklicherweise, deutlich von dem tatsächlichen Stil des 18ten Jahrhunderts verschieden. Der Übersetzer versichert zudem, so nahe es die deutsche Sprache zulasse, am Original geblieben zu sein. Man erkennt in einer Vorrede, die bei Google leider vorne abgeschnitten ist, daß es ihm sehr wichtig war genau zu arbeiten, und er gibt an, den Autor durch seine Beschäftigung mit dem Buch gut kennengelernt zu haben. Die negerholländische, oder wie im Titel kreolische Grammatik ist lange nicht so dick wie ein jene Regesten, deswegen kann man sich in den Autor nicht ganz so gut einfühlen, aber ein bißchen etwas spürt man auch. Bei dem Buch von Herrn Oldendorp, das ich hier oft erwähne, ist es ganz deutlich.

Wahrscheinlich schreibe ich ein anderes Mal wieder davon.

 

Ein übersetzter Aufsatztitel.

DANISH-DUTCH ARCHEOLOGICAL EXPEDITION
TO THE ANTILLES 1922-1923.

DAS HEUTIGE
NEGERHOLLÄNDISCH
(TEXTE UND WORTLISTE)

VON

J. P. B. DE JOSSELIN DE JONG

ABHANDLUNGEN DER KÖNIGLICHEN AKADEMIE
DER WISSENSCHAFTEN ZU AMSTERDAM
ABTEILUNG PHILOLOGIE
NEUE REIHE, TEIL XXVI, No 1

PUBLIKATION DER KÖNIGLICHEN AKADEMIE
DER WISSENSCHAFTEN ZU AMSTERDAM

Ursprünglicher Titel

DANISH-DUTCH ARCHEOLOGICAL EXPEDITION
TO THE ANTILLES 1922-1923.

HET HUIDIGE
NEGERHOLLANDSCH
(TEKSTEN EN WOORDENLIJST)

DOOR

J. P. B. DE JOSSELIN DE JONG

VERHANDELINGEN DER KONINKLIJKE AKADEMIE
VAN WETENSCHAPPEN TE AMSTERDAM
AFDEELING LETTERKUNDE
NIEUWE REEKS, DEEL XXVI, No 1

UITGAVE VAN DE KONIKLIJKE AKADEMIE
VAN WETENSCHAPPEN TE AMSTERDAM

Anmerkungen

Den Namen dieser Akademie gibt es genau, wie ich ihn hier verwendet habe, auf Deutsch. Aus dem Deutschen kenne ich das Wort Negerholländisch erst von Thomas Stolz, ich glaube aber, daß man es, hätte man im frühen zwanzigsten Jahrhundert auf Deutsch darüber geschrieben, auch so genannt hätte. Texte und Wortlisten waren auch im Deutschen schon lange bekannt. Bei Aufsätzen stand, daß sie von jemandem seien. Abhandlungen hat es auch gegeben. Abteilungen in diesem Sinn hat es auch gegeben; Philologie auch, genauso wie Reihen. Veröffentlichung wurden noch Publikationen genannt. Der Geneigte Leser möge sich selbst von der Richtigkeit meiner Aussagen überzeugen.

Einpaar Quellen

ABHANDLUNGEN DER KÖNIGLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN ZU BERLIN. 1899–1990.
http://bibliothek.bbaw.de/bbaw/bibliothek-digital/digitalequellen/schriften/anzeige?band=07-abh/18991900 [Abgerufen am 1. 9. 2018]

ALMANACH DER KOENIGLICH BAYERISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN FÜR DAS JAHR 1897.
https://archive.org/stream/almanach1897baye#page/n3 [Abgerufen am 1. 9. 2018]

Archiv für Kultur-Geschichte. Herausgegeben von Professor Dr. Georg Steinhausen Stadtbibliothekar und Vorsteher der Murhardschen Bibliothek der Stadt Cassel. Dritter Band. 1905.
https://archive.org/details/archivfrkulturg01steigoog

Voraussage übers Sachen-Wiederfinden.

Ob man das jetzt wirklich groß und mit Bindestrich schreibt, weiß ich nicht. Jetzt kommt meine Voraussage. Bis in zwanzig Jahren, also im Jahr 2038, weiß man immer, wo man etwas hingelegt hat, und muß gar nicht mehr suchen, so lange es niemand Anderer davongetragen hat.

Hände geben gehört verboten.

Die Überschrift sagt schon das Wesentliche. Mich regt das schon sehr lange, vielleicht sogar immer schon auf, daß man den Leuten seine Hand geben soll. Das ist so aufdringlich von denen, daß die das verlangen. Gerade mit den Händen spürt man sehr viel. Niemand sollte jemanden zu einer Berührung zwingen, weil das zu intim ist. Und die Berührung spürt man noch lange, nachdem sie vorbei ist. Diese aufdringlichen Dreckschweine sind auch überhaupt nicht dankbar, wenn man eine Berührung, obwohl es so unangenehm ist, zuläßt. Viel mehr sind sie beleidigt, wenn man es nicht tut. So unsensibel sind die. Ich finde, man sollte jedem, der einen anfäßt, eine herunter hauen. Ordentlich schimpfen sollte man auch, sonst wird dieses Problem weiterhin unter den Tisch gekehrt.

Vorläufige berbice-niederländische Rechtschreibung.

Wenn ein Wort nicht auf dem Selbstlaut vor dem letzten Mitlaut liegt, kennzeichne ich sie mit einem Akut. Ein hinteres /e/ kennzeichne ich mit einem Gravis. Fällt beides zusammen verwende ich einen Hatschek. Letzteres wird zwar, so weit ich weiß, in keiner anderen Sprache so gehandhabt, aber eigentlich soll es hier nur gleichzeitig einen Akut und einen Gravis darstellen. Ein /S/ kennzeichne ich immer auch mit einem Hatschek, obwohl es in den meisten Fällen nur ein /s/ ist, das vor /i/ so ausgesprochen wird. Ich mache das darum, weil es einpaar Ausnahmen gibt, wo das /s/ auch vor /i/ [s] lautet, und weil ein /S/ auch anderswo vorkommt. Deswegen ist die Schreibung so einheitlicher. Das mit dem /e/ könnte man mit Ausspracheregeln regeln, aber es ist einfacher einfach jedes hintere /e/ zu kennzeichnen.

Ich überlege mir außerdem, ob ich Substantive groß schreiben sollte, damit man sie von den Verben unterscheiden könne, die häufig gleich lauten.

Zu den Selbstlautfolgen habe ich mich schon ein anderes Mal geäußert:
https://warjapu.wordpress.com/2016/06/11/selbslautfolgen-im-berbice-niederlaendischen/

Vorschlag für die Deklination von ‚laifs‘ für modernisiertes Gotisch.

Singular
Nom. hlaifs → léfs
Gen. hlaibis → léfes (léves)
Dat. hlaiba → léfe (léve)
Akk. hlaif → léf
Vok. hlaif → léf

Plural
Nom. hlaibos → léwus
Gen. hlaibê → léwi
Akk. hlaibam → léwen
Vok. hlaibans → léwens

Erläuterung.
Hlaif ist das Gotische Wort für Brot. Es entspricht dem Deutschen Laib. Die Erklärung zur gotischen Aussprache aus dem Codex Vindobonensis 795, der aus dem 9ten Jahrhundert stammt, Verschreibungen aus den gotischen Handschriften im Allgemeinen, und krimgotische Wörter wie schlipen für slepan, also schlafen weisen darauf hin, daß sich die Langvokale mit der Zeit geschlossen haben. Die Kurzvokale haben sich, wenn man nach dem Codex Vindobonensis 795 geht, geschlossen. In der dortigen Erklärung, ich habe sie aus Wilhelm Braunes Gotischer Grammatik, steht auch, daß ‹ai› als langes ‚e‘ zu lesen sei. Dieses lange ‚e‘ hätte den Platz von ursprünglichem langen ‚e‘ übernommen, das ja zu /i:/ geworden ist. Es ist ganz gewöhnlich, daß solche Veränderungen im Ganzen vor sich gehen. Es ist auch ein Beispiel in der Liste der Buchstabennamen zu finden, die zwar von dort stammt, die ich aber von Wikipedia kenne. Es ist der Name reda, der dort als *raida, mit der Bedeutung ‚Wagen‘ rekonstruiert wird. Ich kenne es aus dem Lateinischen als raeda. In deuschen Dialekten kommt das auch oft vor, daß aus /ai/ /e:/ geworden ist. Ich merke das an, um zu zeigen, daß es ein zu erwartender Lautwandel ist. An auar, das sich aus afar entwickelt hat, welches nach bedeutet, sieht man, daß sich /f/ zwischen Vokalen verändert hat. Ich nehme an, daß mit der Umschrift der Reibelaut /B/ gemeint war, also den Lautwert, den das lateinische  ‚v‘ inzwischen angenommen hatte. Das frühere /B/ allerdings, hat sich zwischen Vokalen zu /w/ entwickelt, wie man am Buchstabennamen geuua sieht. Wulfila hat noch ‹giba› geschrieben. Es bedeutet Gabe. Der Verfasser der Erklärung hat ‹u› und ‹uu› klar getrennt. Ob sich das aus /f/ entstandene /B/ inzwischen schon zu /v/ entwickelt hätte, weiß ich nicht, aber ich schreibe einfach ‹v›, gleich, wie es zu lesen wäre. Fürs Krimgotische hat Ogier Ghislain de Busbecq das ‚g‘ oft als ‹gh› geschrieben. Das könnte auf einen Reibelaut hinweisen. Aber im Holländischen, das zwar noch /G/ hat, ist das /B/ schon zu /v/ geworden. Man sieht also, es muß sich nicht parallel entwickeln. In der Einzahl habe ich das Paradigma ausgeglichen, weil die Formen mit ‚f‘ zusammengezählt häufiger vorkommen, also die mit ‚b‘, ebenfalls zusammengezählt. Das liegt vor allem daran, daß Nominativ und Akkusativ viel verwendet werden. Es ist nicht zwingend, daß sich ein Paradigma ausgleicht, aber es kann gut sein. Der Unterschied in Einzahl und Mehrzahl wäre immer noch eine Unregelmäßigkeit. Ich gehe davon aus, daß der Ausgleich, den ich für die Einzahl ansetze, nicht sehr früh entstanden wäre. Ansonsten wäre das /f/ zwischen den Vokalen dann wieder zu /v/ geworden. Ich habe die Formen, die dann entstanden wären, noch in Klammern daneben geschrieben. Das ‚m‘ im Akkusativ Mehrzahl habe ich wie es auch im Deutschen ist, zu ‚n‘ abgeschwächt. Im Codex Vindobonensis 795 sind Endvokale oft nicht abgeschwächt, aber das wäre mit der Zeit schon noch gekommen. Man sieht das auch am Krimgotischen, wo die Endung -en ganz häufig ist. Gotisch hatte früher -an. Dort heißt auch der Mond, ganz wie es zu erwarten wäre anstatt mêna mine. Nach der Namensliste der Buchstaben bei Wikipedia müßte sich die Endung -us zu -az entwickelt haben. Ich würde aber dennoch lieber -os verwenden, weil ich auch sonst /u/ durch /o/ ersetzen würde. Was ich hier schreibe ist auch nur eine von mehreren Möglichkeiten, wie sich das Gotische entwickelt haben könnte. Es haben sich auch vor mir Leute solche Gedanken gemacht, und einpaar von ihnen haben auch eigene gotische Dialekte abgeleitet.