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Nach und nach oder alles auf ein Mal

Februar 21, 2014

Wäre Berbice Dutch in manchen Gebieten täglich und viel verwendet worden und im Kontakt mit Holländisch geblieben, hätte es mehr holländische Wörter aufgenommen. In der Anfangszeit sind die Wörter aus den seeländischen Dialekten gekommen. Mit der Zeit hätte aber der Einfluß des eigentlichen Holländisch zugenommen. Wörter, bei denen es sehr wahrscheinlich ist, daß sie schon früh im Berbice Dutch vorhanden gewesen sind, sollten meiner Meinung nach mit dem seeländischen Lautstand übernommen werden. Bei den neueren bin ich mir nicht sicher. Einerseits wäre es realistischer holländische Wörter zu verwenden, andererseits sind die seeländischen Wörter besonders typisch für Berbice Dutch. Obwohl Sranan Tongo ursprünglich keine holländische Kreolsprache ist, ist es ein wunderbares Beispiel dafür, wie holländische Wörter nach und nach übernommen werden. Neu ins Sranan Tongo übernommene Wörter sind noch wenig angepaßt. Das würde sich mit der Zeit ändern. Zusammengefaßt geht es in diesem Absatz darum, ob man lieber alle Wörter so kreolisieren möchte, als wären sie zur gleichen Zeit übernommen worden, oder als wären sie nach und nach aufgenommen worden.

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3 Kommentare
  1. Ich würde die Wörter und die Varianten gerne hören.

    • Ich habe dir gerade eine lange Antwort geschrieben, aber auf ein Mal war sie weg. Seeländisch hat in vielen Wörtern, die auf Holländisch mit ‚ui‘ sind ‚uu‘, also langes ‚ü‘. Dieses ‚uu‘ wurde im Berbice Dutch zu ‚i‘. Das holländische ‚ui‘ ist im Berbice Dutch ‚ui‘ oder ‚oi‘, und lautet so, wie es geschrieben ist, nicht so, wie man es aus dem Holländischen kennt. Sranan Tongo hat in diesen Fällen ‚oi‘, wie im Wort ‚moismoisi‘, welches Maus bedeutet. Fledermaus heißt auf Berbice Dutch ‚flermisi‘, gesprochen mit ’schi‘. Maus heißt ‚fungru‘, darum kann ich es nicht als Beispiel nehmen. Auf Sranan Tongo heißt Fledermaus ‚fremusu‘. Ich denke mir, daß das aus einem anderen Dialekt entwickelt wurde, als ‚moismoisi‘. Wörter mit ‚oi‘ sind häufiger. Ich kenne ein einziges Beispiel, wo ‚ij‘ im Berbice Dutch zu ‚e‘ wurde. Ich glaube, daß jedes holländische ‚ij‘ zu ‚e‘ geworden ist, daß aber, wegen dem kleinen Wortschatz nur ein Wort mit ‚e‘ übriggeblieben ist. In anderen Wörtern, in denen holländisch den Zwielaut ‚ij‘ hat, hat Berbice Dutch ‚i‘, das von langem, seeländischem, ‚i‘ abstammt. Das Wort ‚pili‘, für Pfeil, wäre vielleicht jetzt ‚peli‘, wenn es aus dem Holländischen gekommen wäre. Sranan Tongo hat ‚peiri‘. Der Zweilaut ‚ei‘ bleibt im Sranan Tongo, im Gegensatz zum Berbice Dutch, auch im Wort erhalten. Berbice Dutch hat nur bei offenen Einsilblern ‚ei‘.

      • Kürzlich habe ich gelesen, daß im Sranan Tongo, ich nenne es auch gerne Surinamesisch oder Surinamisch, die holländischen Wörter, die mit ‚wr‘ anfangen, die früh aufgenommen wurden, ein ‚fr’bekommen haben, den Wörtern, die später aufgenommen wurden aber das ‚wr‘ erhalten geblieben sei. ‚Wrijfen‘ wurde sowohl ‚wrifi‘ als auch ‚frifi‘ und sogar ‚frifri‘. Berbice Dutch hat nur ‚frifu‘. Wäre es aus holländischen und nicht aus seeländischen Dialekten ererbt, würde man ‚frefu‘ sagen. Hätte man es später übernommen, wäre es jetzt ‚wrefu‘. Noch später, vielleicht im zwanzigsten Jahrhundert, hätte sich ‚wreifi‘ ergeben können, wenn sich der Zwielaut erhalten hätte. An späten englischen Lehnwörtern erkennt man, daß immer noch neue Wörter mit auslautenden Stützvokalen versehen worden sind.

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