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Die Betonung von Ijo-Wörtern im Berbice-Niederländischen

Juli 3, 2014

Die niederländischen Wörter im Berbice-Niederländischen haben ihre Betonung beibehalten. Durch das Anhängen eines Selbstlautes liegt sie meist auf der zweitletzten Silbe. Viele berbice-niederländischen Wörter sind zweisilbig.

Die meisten Betonungen der Ijo-Wörter liegen auf den zweitletzten Selbstlauten. Bei manchen aber liegt die Betonung auf dem drittletzten Selbstlaut. Nach einigem Überlegen und Probieren erscheint mir der wahrscheinlichste Grund dafür, daß die normale Betonung auf der zweitletzen Silbe ist, aber jeder Selbstlaut von Wörtern, die aus mehr als zwei Silben besteht und zwischen einem Mitlaut und einer Liquide liegt unbetont ist. Selbstlaute, die am Anfang stehen, sind aber meistens trotzdem unbetont. Die unbetonten Selbstlaute zwischen Mitlaut und Liquide und am Wortanfang gehen zum Teil verloren.

bokro oder boklo – búkóló oder búkúló

bolo oder bloro – bololó

fangla – fángālá oder fangalá

kubri – kórí oder kobirí

skiri – síkīrí

Hier liegt die Betonung seltsamer Weise auf dem vorletzten Selbstlaut. Fángālá und kórí haben die gleichen Diakritika, werden aber erwartungsgemäß betont. Berbice-Niederländisch hat zwei Lexeme, die sikri heißen. Daher ist es gut, daß sich nicht noch eins sikri ergeben hat. In Silvias Grammatik steht noch ein möglicher holländischer Ursprung angegeben. Gemeint ist wohl schuren, wie bei Nicoline van der Sijs.

akalu – akalú

apara – ápárá

Warum hier das erste ‚a‘ betont ist, weiß ich nicht, aber vielleicht unterstützen die anderen zwei ‚a‘ das erste. Außerdem ist ‚a‘ ein besonders lauter Selbstlaut und könnte darum so stabil sein, als wie ein Selbstlaut mit Mitlaut davor. Das Wort ‚alala‘, dessen Ursprung unbekannt ist, trägt die Betonung auch auf dem ersten ‚a‘.

apori – mpórí oder ípórí

Unbetonte vorletzte Selbstlaute sind in allen Wörtern in dieser Liste gleich wie die letzten Selbstlaute. Es kann sein, daß nur gleiche gekürzt oder unbetont werden.

fungru – ofúnguru

kolo – okolo

Das hier ist ein ähnlicher Fall wie apara, jedoch mit ‚o‘. Die Betonung liegt auf dem mittlernen ‚o‘.

namblu – nambúlo

opropo – óporópo oder óprōpo

Das unbetonte ‚o‘ ist weggefallen, wie das bei Selbstlauten unmittelbar vor der betonten Silbe oft vorkommt. Nachtrag: Ich habe inzwischen gesehen, daß man ‚ópropo‘ sage. Zwischen einem Plosiv und einer Liquide ist es normal, daß Selbstlaute verloren gehen. Hier hilft es sogar die Betonung auf der ersten Silbe zu halten, weil eine Betonung auf der viertletzten Silbe nicht erlaubt ist.

kurkuru oder krukru – kúrúkúrú oder krúkrú

Ich nehme an, daß das ‚u‘ der zweitletzten Silbe erhalten geblieben ist, damit das Wort weiterhin aus zwei ähnlichen Teilen bestehen konnte. Ob krukru von kalabarischem krúkrú oder durch Kürzung von kúrukúrú entstanden ist weiß ich nicht.

pakra – pákírí

furi – ófóríī

Einfach gesagt finde ich, daß dieses Wort hinken würde, wenn die Betonung auf dem ersten Selbstlaut läge.

http://www.rogerblench.info/Language/Niger-Congo/Ijoid/Berbice%20Dutch/BD-Ijo%20lexicon-July2006.pdf

Nachtrag:

Es könnte sein, daß nur vorletzte Selbstlaute gekürzt oder unbetont werden, die davor dem letzten Selbstlaut geglichen haben.

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