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Ein Märchen in geänderter Schreibweise

Dezember 9, 2015

Folgendes Märchen aus der Sammlung von Jan Petrus Benjamin de Josselin de Jong in Het huidige Negerhollandsch habe ich in die Schreibweise von Christian Oldendorp übertragen. Es ist übrigens grausig und unsinnig. Die Namen Tišas und Filjas habe ich zu Titius und Filius geändert, weil ich sie für Umschriften deren englischen Aussprachen halte.

Hier ist das Original auf Seite elf zu finden:
http://www.dwc.knaw.nl/DL/publications/PU00010207.pdf

Die ha een Jong. Em a naam Titius. Si Maa a woon na een Land. Wanneer em a wees achttien Jaar houw, ſi Maa a draag em na die Tempel. Hem a ſee em: “Ris die Steen.” Hem no kan ris die Steen. Si Maa a loo mit em nabinne die Tempel weeraan. Wanneer em a wees twintig Jaar, hem a draag em weeraan. Hem a ſee em: “Ris die Steen.” Hem no kan. Hem a loo nabinne die Tempel weeraan. Hem a ſee ſi Gebed. Hem a loo na Hoes weeraan. Wanneer hem a wees twintig mee twee Jaar houw, hem a draag em weeraan. Hem a ſee em: “As joe no kan ris, mi no weet, wat joe goed voor.” Dan em a loo. Em a ris, em a wiegel die Steen. Em a ris weeraan. Hem a draai die over. Hem a ſkreeuw mit een ſterk Stem. Em a raap op die Skoen mee die Houwer. Em a koeri door die Boſch gliek as een weeld Varki. Em a vind ſi Maa. Em ka krieg die. Si Maa a borſt kriſch. Sie Maa a neem em nabovo die Bergi. Soo em a wies em die ander Sie van die Land. Hem a vraag em, as em a wees Koning van die Land, wat em ſa doe. Hem a ſee, em ſa doe ſoo veel Fraai voor ſi Volk ſender. Sender ſa ha voor wel em. Si Maa a ſee em, em voor loo: Em ſa vind ſi Poppaa na die ander Sie daar. Em a ſee, em mankeer loo na Land of mee Skep. Em ſee, em dink beeter loo na Land.

Hem a begin na Land. Hem a klem over Bergi. Hem a ſak na molee. Em a wander na even Pad. Elkeen Goed em vind em mattaan, tee em a raak na ſi Puppaa. Hem a roep ſi Puppaa. Em a ha ſi Bangel. Em a bliev bi ſi Puppaa ſes Maand. Een Man a kom van die ander Land. Em a kom voor neem Slaaven. Em a ſee: “Loo wee van hie, joe Hondgeſicht.” Die Man a ſee: “Mi no Hondgeſicht, joe voor wees een Vreemd voor weet wat Handel ons ka maak.” “Wat Handel joe ka maak?” “Joe Puppaa ha voor gie ſeven Jong mit ſeven Meeſchi.” Dan em a ſee: “Mi ſa wees een.” Soo em a loo mit ſender. Wanneer ſender a raak na Land, ſender a loo na Filius. Em a ſee, em draai weeraan na ſi Taa. Em a ſee: Neen, em ha voor kik, wat ſender loo doe mit die Volk ſender. Dan ſender ſee em, ſender loo loo gooi ſender na die Mongſta. Em a ſee em voor loo gooi em nabinne voor Filius a ſee ſlot em op. Dan die Donker, die Koningin a kik em. Em a doe die Wachman voor ſlaap. Dan die Meeſchi ha ſee, em ſa krieg em vri, maar em ha voor loo mit em. As em bliev, ſi Taa ſa mattaan em. Dan em a gie die Jong een Houwer. Mee em a gie die Jong een Riel van Katoen. Em a ſee: “Mi kan doe die Wachman voor ſlaap, ſoo noe kom ut en loo. Wanneer joe draai, kom na mi. Joe no kan laatſtaan mi; mi Taa ſa mattaan mi.” Dan die Jongman a loo. Em a mattaan die Beeſt. Em a draai weeraan. Em a neem ſi Volk ſender mit die Meeſchi. Em a loo mit ſender na ſi Land. Wanneer ſi Taa a kik ſender loo kom, em a val na Grond, em a breek ſi Nek. Dan die Jongman a neem em. En a graav ſi Taa, en em a neem die Plek. Dan em a kan vekkete mit ſi Bangel. Si Been a wees meer groot meer as eenigſte Man Been.

Manche Worte habe ich aber nur in anderen Texten gefunden. Somit ist borſt, also ‚zerbersten‘, aus Die Nywe Teſtament. In dieser Geschichte ist aber nur jemand in Geschrei ausgebrochen.

Über die übliche Betonung von kurí und fergí bin ich mir im Ungewissen. Besonders bei fergí/Varki hätte ich mir Erstbetonung erwartet. Koeri sei, nach Peter Stein, Seite 23/24, aus dem Papiamento. Frank Nelson gibt für die beiden in seinen Wortlisten keine besonderen Betonungsstellen an.

Raap op konnte ich in Die Nieuwe Teſtament finden. In Die Nywe Teſtament steht es als raep op. Die Aussprache ist gleich. Anscheinend unterscheidet man im Negerholländischen zwischen ſoo veel und ſooveel, nimmt ersteres, wenn es wirklich gar so viel ist, letzteres, wenn es einfach nur so und so viel ist.

Die meisten englischen Wörter, die der Herr mit dem langen Namen übrigens kursiv gesetzt hat, habe ich gesucht durch negerholländische zu ersetzen. Daher habe ich statt ‘move’ wiegel, statt ‘machete’ Houwer, statt ‘by lan’ na Land, statt by ‘ship’ mee Skep, statt ‘start’ begin, statt ‘doṅgót’ na molee, statt ‘level’ even Pad und statt strager’ Vreemd.

Moṅsta kommt mir auch englisch vor, aber ich habe hier nur die Schreibweise zu Mongſta geändert. Bei ril weiß ich nicht, was das beste wäre. Es kommt von reel. Daraus habe ich Riel gemacht.

Fraai habe ich groß geschrieben, weil es als Hauptwort verwendet wurde.

Es gibt zwar im Glossar die Erklärung, daß huṅgusḗ eine Beleidigung mit der Bedeutung ‚Hundegesicht‘ sei, aber ich habe es in keiner anderen Schreibweise gefunden. Darum habe ich es neu aus Hond und Gesicht zusammengesetzt. Weil es ein fester Ausdruck ist, habe ich es, obwohl es lang ist, aneinander geschrieben.

In Die Nywe Teſtament kommt Vreemd und Vreemdling vor. Ich hätte also genau so gut Vreemdling schreiben können. Anstatt popā́ und pupā́ habe ich Poppaa und Puppaa geschrieben. Ähnlich sehen mattaan, laatſtaan und wanneer aus. Ob man es eher mit [o] oder [u] sagt, weiß ich nicht. Taa heißt das gleiche.

Obwohl slāvun eine Einzahl ist, habe ich Slaav in die Mehrzahl gesetzt, weil Slaven slāvun ähnlicher sieht. Eigentlich nimmt man es aber im Kreolischen mit den Mehrzahlen nicht genau.

Einpaar Quellenangaben:

Hans den Besten & Cefas van Rossem – Diplomatische editie van de Negerhollandse woordenlijsten van Frank G. Nelson. Tijdschrift voor Nederlandse Taal- en Letterkunde. Jahrgang 129 (2013).

Jan Petrus Benjamin de Josseln de Jong – Het huidige Negerhollandsch. Amsterdam 1928.

Jochum Melchior Magens – Die Nywe Teſtament van ons Heer Jeſus Chriſtus. Koppenhagen 1781.

Peter Stein – Einleitung zum von ihm herausgegebenen Crioliſchen Wörterbuch von Christian Georg Andreas Oldendorp. Tübingen 1996.

Unbekannt – Die Nieuwe Teſtament van ons Heere en Heiland Jesus Christus. Barby 1802.

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