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Vorschlag für die Deklination von ‚laifs‘ für modernisiertes Gotisch.

Juni 8, 2018

Singular
Nom. hlaifs → léfs
Gen. hlaibis → léfes (léves)
Dat. hlaiba → léfe (léve)
Akk. hlaif → léf
Vok. hlaif → léf

Plural
Nom. hlaibos → léwus
Gen. hlaibê → léwi
Akk. hlaibam → léwen
Vok. hlaibans → léwens

Erläuterung.
Hlaif ist das Gotische Wort für Brot. Es entspricht dem Deutschen Laib. Die Erklärung zur gotischen Aussprache aus dem Codex Vindobonensis 795, der aus dem 9ten Jahrhundert stammt, Verschreibungen aus den gotischen Handschriften im Allgemeinen, und krimgotische Wörter wie schlipen für slepan, also schlafen weisen darauf hin, daß sich die Langvokale mit der Zeit geschlossen haben. Die Kurzvokale haben sich, wenn man nach dem Codex Vindobonensis 795 geht, geschlossen. In der dortigen Erklärung, ich habe sie aus Wilhelm Braunes Gotischer Grammatik, steht auch, daß ‹ai› als langes ‚e‘ zu lesen sei. Dieses lange ‚e‘ hätte den Platz von ursprünglichem langen ‚e‘ übernommen, das ja zu /i:/ geworden ist. Es ist ganz gewöhnlich, daß solche Veränderungen im Ganzen vor sich gehen. Es ist auch ein Beispiel in der Liste der Buchstabennamen zu finden, die zwar von dort stammt, die ich aber von Wikipedia kenne. Es ist der Name reda, der dort als *raida, mit der Bedeutung ‚Wagen‘ rekonstruiert wird. Ich kenne es aus dem Lateinischen als raeda. In deuschen Dialekten kommt das auch oft vor, daß aus /ai/ /e:/ geworden ist. Ich merke das an, um zu zeigen, daß es ein zu erwartender Lautwandel ist. An auar, das sich aus afar entwickelt hat, welches nach bedeutet, sieht man, daß sich /f/ zwischen Vokalen verändert hat. Ich nehme an, daß mit der Umschrift der Reibelaut /B/ gemeint war, also den Lautwert, den das lateinische  ‚v‘ inzwischen angenommen hatte. Das frühere /B/ allerdings, hat sich zwischen Vokalen zu /w/ entwickelt, wie man am Buchstabennamen geuua sieht. Wulfila hat noch ‹giba› geschrieben. Es bedeutet Gabe. Der Verfasser der Erklärung hat ‹u› und ‹uu› klar getrennt. Ob sich das aus /f/ entstandene /B/ inzwischen schon zu /v/ entwickelt hätte, weiß ich nicht, aber ich schreibe einfach ‹v›, gleich, wie es zu lesen wäre. Fürs Krimgotische hat Ogier Ghislain de Busbecq das ‚g‘ oft als ‹gh› geschrieben. Das könnte auf einen Reibelaut hinweisen. Aber im Holländischen, das zwar noch /G/ hat, ist das /B/ schon zu /v/ geworden. Man sieht also, es muß sich nicht parallel entwickeln. In der Einzahl habe ich das Paradigma ausgeglichen, weil die Formen mit ‚f‘ zusammengezählt häufiger vorkommen, also die mit ‚b‘, ebenfalls zusammengezählt. Das liegt vor allem daran, daß Nominativ und Akkusativ viel verwendet werden. Es ist nicht zwingend, daß sich ein Paradigma ausgleicht, aber es kann gut sein. Der Unterschied in Einzahl und Mehrzahl wäre immer noch eine Unregelmäßigkeit. Ich gehe davon aus, daß der Ausgleich, den ich für die Einzahl ansetze, nicht sehr früh entstanden wäre. Ansonsten wäre das /f/ zwischen den Vokalen dann wieder zu /v/ geworden. Ich habe die Formen, die dann entstanden wären, noch in Klammern daneben geschrieben. Das ‚m‘ im Akkusativ Mehrzahl habe ich wie es auch im Deutschen ist, zu ‚n‘ abgeschwächt. Im Codex Vindobonensis 795 sind Endvokale oft nicht abgeschwächt, aber das wäre mit der Zeit schon noch gekommen. Man sieht das auch am Krimgotischen, wo die Endung -en ganz häufig ist. Gotisch hatte früher -an. Dort heißt auch der Mond, ganz wie es zu erwarten wäre anstatt mêna mine. Nach der Namensliste der Buchstaben bei Wikipedia müßte sich die Endung -us zu -az entwickelt haben. Ich würde aber dennoch lieber -os verwenden, weil ich auch sonst /u/ durch /o/ ersetzen würde. Was ich hier schreibe ist auch nur eine von mehreren Möglichkeiten, wie sich das Gotische entwickelt haben könnte. Es haben sich auch vor mir Leute solche Gedanken gemacht, und einpaar von ihnen haben auch eigene gotische Dialekte abgeleitet.

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